Die Geschichte des heiligen Hubertus

HubertusÜber die Herkunft des heiligen Hubertus ranken sich verschiedenen Geschichten. Er soll um 655 als erster Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse in Aquitanien geboren worden und ein Vorfahre der französischen Könige gewesen sein. Nach einigen Kämpfen und Schlachten heiratete er die Grafentochter Floribana von Löwen und zeugte mit ihr einen Sohn. Leider starb seine Gattin bei der Geburt dieses Kindes und Hubertus war darüber sehr verzweifelt. Um seinen Schmerz zu betäuben und Zerstreuung zu finden, ging er ständig auf die Jagd.

In einer anderen Version der Geschichte zog sich Hubertus sogar gänzlich für einige Jahre als Einsiedler in die Ardennen zurück. Als er an einem Feiertag - Karfreitag oder Weihnachten - wieder auf die Jagd ging und einem kapitalen Hirsch auf den Fersen war, geschah plötzlich das Wunder. Der Hirsch drehte sich um und Hubertus sah ein leuchtendes goldenes Kreuz zwischen den Geweihstangen. Dabei soll eine Stimme ihn vor zuviel weltlichen Ausschweifungen gewarnt haben. Das war genug Warnung für den französischen Adligen. Er schwor allen weltlichen Vergnügungen ab und lies sich flugs zum Priester weihen.

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Dann wird seine Geschichte wieder belegbar. Hubertus wirkte erst in den Ardennen und in Brabant als Missionar und wurde später Bischof von Tongern-Maastricht. 722 verlegte er seinen Bischofssitz nach Lüttich. Er soll während dieser Zeit viel Gutes getan haben. 727 starb Hubertus und wurde Berichten zufolge am 3. November 743 heilig gesprochen. Seine Gebeine wurden nach Andage (Andain) überführt. Es setzte eine starke Pilgerbewegung aus ganz Europa in das Örtchen ein, das seinen Namen bald in Saint-Hubert änderte. Seit der französischen Revolution sind seine Gebeine verschwunden, zahlreiche Kirchen erheben jedoch den Anspruch, Teile von ihnen zu besitzen.

Der heilige Hubertus war übrigens ein sehr vielseitiger Heiliger. Seine Patronate sind die Ardennen und das Bistum Lüttich. Er ist besonders den Jägern, Förstern und Schützen zugetan, aber auch den Metzgern, Kürschnern, Optikern, Metallarbeitern sowie den Mathematikern und den Herstellern ihrer Apparate. Er beschützt die Jagdhunde und bewahrt vor Tollwut und Schlangenbiss. Den Wasserscheuen hilft er bei der Überwindung ihrer Angst.

Hannebacher Kapelle
Der heilige Hubertus ist besonders in der Gegend um Lüttich in zahlreichen Kirchen und Kapellen abgebildet. Um Hubertus ringen sich auch zahlreiche Bräuche: Das geweihte Hubertusbrot soll gegen den Angriff tollwütiger Hunde schützen. Der Hubertusschlüssel ist eine Art Nagel, dessen Kopf ein stilisiertes Jagdhorn trägt und tollwutkranken Tieren als Heilmittel in die Bisswunde gedrückt wird. Bis ins 20. Jahrhundert wurde der Hubertusschlüssel in Deutschland noch angewandt.